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Warum spendiere ich eine ganze Seite für ABA/VB? Nicht weil ich meine, dass es DIE EINZIG WAHRE Therapie ist. Das ist sie nicht. Aber bei bestimmten Kindern in einer bestimmten Lebensspanne bietet es einigr hilfreiche Elemente. Für andere Kinder und andere Lebensspannen braucht man dann andere Ansätze (wie z.B. Sozialtraining, oder auch einfach mal "Nichts"....). Aber um diese Entscheidungen kompetent und verantwortungsvolll treffen zu können braucht man vor allem eines: Unvoreingenommenes Wissen, was hinter den einzelnen Ansätzen steht.


Therapeuten haben eine imense Verantwortung. Wirkungslose Ansätze vergeuden wertvolle Lebenszeit. Negativ wirkende, weil nicht auf die individuelle Person und Lebensumstände angepasste Therapien sind ungleich verheerender.

Und ja, als Eltern, Pädagoge oder Therapeut muss ich mich immer verantwortungsvoll fragen: Was wende ich wie zu welchem Zweck an. Und inwieweit sehe ich andere Wahrnehmgungswelten als mögliche Vielfalt an. Will ich etwas therapieren, weil es nicht einer Norm entspricht oder geht es um eine konkrete Fähigkeit, die es dem Betroffenen spürbar hilft, in dieser nicht-autistsichen Welt zurecht zu kommen? Das ist ein schmaler Grad, vor allem wenn ich für jemanden anderen Entscheidungen treffen muss. Und zumindest in der Erziehung müssen sie immer wieder getroffen werden. Man kann und muss sicht bestmöglich informieren, aber jeder schlaue Ratgeber aus dem Netz (genau wie dieser hier) ist letztendlich genau nur dieses: Ein schlauer Ratgeber aus dem Netz. Und kein Mensch, der Dein Kind und seine Rahmenbedingungen persönlich kennt, tagtäglich erlebt und die Verantwortung hat, es auf ein Leben da draußen bestmöglich vorzubereiten.

Liest man sich diese Tage durchs Web quer, finden sich eigentlich nur die zwei Extrempositionen: ABA/VB ist eine unverzichtbare Intervention bei frühkindlichen Autisten oder eben es ist Folter und gehört sofort unterbunden. Ersteren kann man vorwerfen, dass sie anbieterseitig ökonomische Interessen damit vertreten oder elternseitig sich nach jedem plausibel klingendem Strohhalm greifen und sich bettelheimmäßig schon wieder an der Seele ihrer Kinder vergehen (Zitat aus dem  Netz: "wenn ihr autistisches Kind nicht mit ihnen kommuniziert, liegt der Fehler bei ihnen, weil sie nicht fähig/bereit sind, mit ihm auf Augenhöhe zu kommunizieren". Frage mich dann immer, wie viele stark beeinträchtigte frühkindliche Autisten ein so dozierender sprachlich topfitter Mensch aus dem Autismus-Spektrum schon verantwortungsvoll erzogen hat? Und das ist keine rethorische Frage, ernstgemeinte Hinweise extrem begehrt meinerseits!!)
So kann man letzteren oft vorwerfen, dass diejenigen, die ABA/VB verurteilen, oft nicht mehr darüber gehört haben, als "dass es halt was mit Gummibärchen füttern, Hundedressur und überhaupt, die alten Behaviorismus-Ansätze sind doch schon ewig tot" zu tun hat.

Soweit zu den beiden Extrempositionen, mit den es sich leider so verhält, wie mit fast allen Diskussionen: Es wird verharrt in der jeweiligen Sichtweise und ist nicht bereit zu schauen, ob es neben schwarz und weiß vielleicht noch Aspekte gibt, die eine Darseinsberechtigung haben.

Meine Erfahrung: Jedes Kind und jede Familie ist anders und braucht individuelle Hilfen. Aus meiner Erfahrung heraus hat eine individuell angepasste Kombination aus mehreren Elementen den besten Erfolg. Grundlage hierfür ist aber, dass man alle relevanten Therapieansätze kennt, ihre Chancen, aber auch ihre Risiken und Gefahren.


Es gibt Kernelemente aus ABA/VB, die helfen, Fähigkeiten auszubauen. In welcher Art und Weise, mit welcher Intensität man diese andwendet, ist abhängig von den individuellen Einstellungen und Fähigkeiten desjenigen, der sie anwendet.

Wenn Sie also irgendwo, sei es im Internet oder direkt bei einem Anbieter, eine Umsetzungsform von ABA gesehen haben, dann muss einem bewusst sein: Das war EINE Umsetzungsform davon. Diese gilt nicht stellvertretend und allgemeingültig für alle Menschen, die ABA/VB anwenden. Vielleicht haben Sie eine Variante gesehen von jemandem, der sein Wissen nicht nach ethischen Grundsätzen anwendet.

Nach meiner Meinung braucht ABA/VB beides: Jemand, der all die Grundtechniken gut beherrscht, weiß wie sie sinnvoll miteinander kombiniert werden und der gleichzeitig diese verantwortungsvoll und mit Blick auf die individuelle Persönlichkeit und Bedürfnisse des Kindes anwendet. Jeder Ansatz ist nur so gut, wie die Menschen, die ihn verantwortungsvoll umsetzen. Die damit Häuser bauen und nicht Köpfe einschlagen.

Und somit sollte es sicher zur Diskussion stehen: Wie zeitlich umfassend muss eine Therapie ausfallen? Geht es nicht viel eher um ein Grundverständnis, wie Lernen funktioniert, als ein tagtägliches starr ausgearbeitetes Trainingsprogramm? Und welche Ziele verfolge ich konkret? Will ich alles "autismusspezifische" abtrainieren oder akzeptiere ich autistische Verhaltensweisen und versuche nur ein Mindestmaß an Kommunikationsmöglichkeiten zu vermitteln, damit das Kind sich auf dem zwangsweise neurotypischen Planeten bestmöglich zurecht kommt? Ich habe einige Jahre ABA/VB mit meinem Sohn gemacht, aber dieses zeitlich weder "hochintensiv" noch unterbinde ich seine für ihn geliebten Stereotypen wie Bändchen-Wedeln.

Ich weiß weder wo wir heute wären, wenn ich es hochintensiv gemacht oder wenn ich es im Gegenteil ganz gelassen hätte. Fakt ist, dass mein Sohn mit frühkindlichem Autismus in der Zeit gelernt hat, seine Wünsche der Umwelt mitzuteilen. Keiner muss mehr raten, was er wohl möchte oder wo der Schuh im wahrsten Sinne des Wortes drückt. Die vom Schulamt empfohlene Beschulung auf einer Schule für geistige Entwicklung konnten wir abwenden zugunsten einer Schule mit motorisch/körperliche Förderung, auf der er nun mit großem Interesse z.B. Englisch lernt. Für fitte Autisten keine nennenswerten Meilensteine, für einen nichtsprechenden frühkindlichen Austisten öffnet sich eine ganz neue Welt....
Ich bin der Meinung, dass wir alle miteinader drauf schauen sollten, was ABA/VB auf der einen Seite kann und wo es auf der anderen Seite Grenzen gibt, die nicht überschritten werden sollten und das klar kommunizieren. Damit täten wir allen Beteiligten einen wesentlich größeren Dienst erweisen, als ein Beharren in den beiden Extrempositionen.


Ja, Verstärkung (nicht Belohnung, das ist aus verhaltenstherapeutischer Sicht ein Unterschied!) ist eine wesentliche Komponente (des Lebens). Aber hierbei gilt folgendes zu beachten:

Wer bloß hier und da mal verstärkt, arbeitet noch lange nicht nach ABA/VB.
Er muss auch jedes folgende einzelne Thema beherrschen und zwar alle zusammen im komplexen Zusammenspiel:

  • An allererster Stelle: Die MOTIVATION des Kindes! Man muss genau wissen, was das einzelne Kind motiviert. Das können bei jedem Kind komplett andere Dinge sein. Und ich muss ein Gefühl für "natürlich motivierende Situationen" haben. Das sind die besten Situationen um neue Fertigkeiten zu lernen.
  • Sich auf die Ebene des Kindes begeben und schauen, woran es Spaß hat (und das kann extrem verschieden sein, von dem was man selbst als spaßig empfindet) ("Pairing")
  • Verhalten konkret analysieren (was passierte kurz davor, was kurz danach?)
  • Ein spannender und motivierender Unterrichtsbogen.
  • Anwenden und Ausblenden von Hilfen ("Prompts")
  • Fehlerfreies Lernen (die Offenbarung für meinen Sohn schlechthin: Das erste Mal richtig stolz sein können auf die eigene Leistung!)
  • Lehren in kleinsten Einheiten ("Discrete Trial Teaching")
  • Verkettung von Fähigkeiten ("Chaining")
  • Korrekturverfahren => hilft Fehler zu korrigeren und endet immr mit Verstärkung, um dem Kind das Gefühl zu vermitteln, dass Lernen sich lohnt und Spaß macht
  • Transferverfahren => Übertraggungsverfahren, um von bereits bekannten zu neuen Lerninhalten zu gelangen.
  • Generalisierung => damit neue Fähigkeiten auch situationsunabhängig abgerufen werden können
  • Verbal Behaviour => Anbahnung von Sprache ("Mands")
  • A pro pos Verstärken: auch das geht nicht "einfach so", sondern muss je nach Kontext sehr differenziert ("Minikonsequenzen") angewendet werden... .

.... Sie sehen, nur mit einer Tüte Gummibärchen im Gepäck würden Sie nicht weit kommen... Und die hier beschriebenen Ansätze sind nicht explizit für autistische Kinder entwickelt worden. Sie zeigen, wie man lernen lernt. Wer auch immer auf diesem Planeten etwas lernt, egal ob 2, 4, 6 oder 8 Beine.... .

Diese knappen Schlagwörter füllen in Wirklichkeit ein dickes Buch. Hierzu empfehle ich konkret "Motivation und Verstärkung" von Robert Schramm, dort ist alles ganz ausführlich beschrieben und in deutscher Sprache -meines Wissens- auch konkurrenzlos. Wenn Sie fit in englisch sind, haben Sie da mehr Auswahl. Wie immer gilt beim Lesen und Anwenden: Verstehen Sie die Grundsätze, aber befolgen Sie konkrete Anweisungen nicht unreflektiert. Nur Sie kennen Ihr Kind und die Rahmenbedingungen!


Manche denken entsetzt: Dieses Konditionieren ist etwas, dass dem Abrichten von Haustieren vorbehalten ist. Der Mensch ist dem erhaben und eine Ebene wie "Mach so" => "Gut gemacht" => "Verstärkung" unter seiner Würde.

Vorerst nur soviel: Ihr Gehirn macht den ganzen Tag nichts anderes mit Ihnen. Es setzt Ihre Verhaltensweisen mit Hilfe seiner Botenstoffe auf Verstärkung (wie z. B. durch gehirneigene Opiate) oder Löschung. Von dem ausgeküngelten Belohnungssystems Ihres Gehirns könnten Sie viel lernen. Und nur weil Ihre Gehirn ein solch ausgeklüngeltes Belohnungssystem nutzt, haben Sie überhaupt die Fähigkeit zu lernen und sie lernen jeden Tag, ob sie wollen oder nicht.
Und genauso kann man sagen: Verstärkung und Löschung passiert den ganzen Tag, in jeder Interaktion mit Ihren Mitmenschen (und Tieren ;o) ob Sie es jetzt gezielt einsetzen, oder der Meinung sind, das ist nicht ihr Ding. Das kann man nun doof finden, trotzdem sollte man sich klar sein: es ist keine Erfindung der Behavoristen, sondern nur deren Beobachtung, das "copyright" liegt also woanders.... . (Und wie gehabt: Ja, natürlich haben auch andere Lerntheorien ihre Berechtigung. Kein entweder oder, keine Extrempositionen bitte.)


Viele sagen ABA und meinen das alte LOVAAS. Ja, sie haben gemeinsame Wurzeln, aber nein, in der Art der Durchführung und Ihrer Haltung dem Kind gegenüber haben sie nicht mehr viel gemein.

Modernes ABA/VB funktioniert nur, wenn die Kinder Spaß dabei haben. Hat das Kind kein Spaß an der Therapie, machen Sie -aus ABA/VB-Sicht- irgendetwas nicht richtig.

Modernes ABA/VB findet nur zu einem ganz geringen Teil an einem festen Platz wie einem Tisch statt. Die meiste Zeit wird "in natürlicher Umgebung und Situation" gelernt. Was heißt das konkret: Soll das Kind das Wort "Keks" lernen, so saß es früher bei LOVAAS starr am Tisch, sah ein Photo mit einem Keks und sollte darauf hin "Keks" sagen. Beim modernen ABA/VB wird der Begriff "Keks" in der Sekunde gelehrt, wo das Kind in der Küche steht und die Hand der Mutter zur Keksdose führt. Wenn es also eine natürliche, hohe Motivation hat, das Wort "Keks" zu lernen.
Dadurch dass es die Kommunikation immer besser lernt, breche ich nicht seinem Willen. Im Gegenteil, ich bringe ihm einen Weg bei, seinen Willen besser äußern zu können und ihn somit noch schneller ohne leidvolle Missverständnisse befriedigt zu bekommen.
Ich habe im Netz gelesen, dass ABA-Gegner selbst das ganz schrecklich finden. Aber dann ihr werten Mitstreiter, nennt doch bittte Eure Lösungstrategien! Ein Kind, das immer wütender wird und weint und weint, weil man ihm alles reicht, nur nicht den heißersehnten Keks (weil man das Weinen eben leider nicht so spezifisch deuten kann) ist in meinen Augen nicht die bessere Alternative. Und nein, man hält dem hungrigen Kind nicht eine halbe Stunde den Keks vor die Nase, bis es endlich "Keks" gesagt hat. Man schaut, auf welcher Stufe der Kommunikationsmöglichkeit es ist und wenn seine nächste Stufe lautet auf etwas mit dem Finger zu deuten, dann ist das ein toll ereichtes Ziel, zu dessen Erreichung ich ggf. die oben genannten Elemente wie fehlerfreies Lernen, prompting etc. angewendet habe. Frust und Ohnmachtsgefühle gehören definitiv nicht in das korrekt angewandte ABA-Repertoire. Was ein extrem hoher Anspruch ist. Denn wer weiß es nicht aus seiner eigenen Schulzeit: Lernen durch Spaß und natürliche Motivation war da oft Mangelware.

Und: ABA heißt übersetzt: "Angewandte VerhaltensANALYSE". Wenn ich durch genaue Verhaltensbeobachtung herausfinde, was ein Verhalten ausgelöst hatte, und wodurch es weiterhin verstärkt wurde, kann ich Vorkehrungen treffen, dass die auslösenden Momente beim nächsten Mal gar nicht mehr auftreten.
=> Ich ändere also das Umfeld, nicht das Kind.

Einfaches Beispiel aus der Praxis: Wen mein Handy klingelte, wurde mein Sohn kurz darauf immer ganz hysterisch und rastete ganz schnell aus. Die Beobachtung zeigte klar, dass das Handyklingeln der auslösende Reiz für sein Verhalten war. Fortan stellte ich es auf "lautlos/summen" und wir haben beide Ruhe :o). Ich habe also nicht seinen Willen gebrochen, sondern im Gegenteil geschaut, was es in der Umwelt für Reize gibt, die nicht in seine autistische Welt passen und diese entfernt.


Klare Maßgabe von  ABA/VB: 75 % der Zeit Spaß haben mit dem Kind, ohne konkrete An- oder Aufforderungen. Das klingt jetzt etwas mathematisch und soll auch einfach als Richtwert zeigen, welch hohen Anteil diese Komponente bei ABA/VB hat. Und hätte sie es nicht, würde sich das gleich in der Effektivität rächen. Das merkt jeder der hier anfängt, diesen Anteil zu vernachlässigen... .

Manche schreckt auch diese "Mach so" - "Mach so"- "Mach so"-Stakkato-Befehle ab. Ich habe das mal in einem amerikanischen Video gesehen und bei meinem Sohn ausprobiert, und er fand das so lustig, dass er nur noch kichern konnte und immer weiter machen wollte. Ich konnte aber bald nicht mehr.... .
Die Kernelemente von ABA/VB habe ich unter dem ersten Punkt aufgelistet. Dazu zählt weder, dass man wie ein "Roboter-Therapeut" loslegen soll, noch dass von Morgens bis Abends das Kind "zwangsbespaßt" wird. Letztendlich verhält es sich wie mit jeder Therapie: Mäßig aber regelmäßig und immer unter Bedacht der individuellen Persönlichkeit aller Beteiligten. Wenn ich das nicht beachte, kann jede Art der Interaktion schaden, egal welches Label sie trägt.
Letztendlich kommt es immer auf Sie persönlich an, was Sie daraus konkret machen!

Aus dem Leben: Mein Sohn liebt seine Babysitterin, die in ABA/VB ausgebildet ist, heiß und innig und freut sich schon den ganzen Tag, wenn ich ihm morgens sage, dass sie nachmittags vorbei kommt. Mit ihr hat er richtig Spaß. Weil ABA/VB-Anwender genau hinsehen, was dem Kind wirklich Spaß macht. Und zwar aus der Sicht des Kindes, nicht des Pädagogen. Da kann es eben passieren, dass man bei Gummibärchen landet. Oder bei Bob-der-Baumeister-DVDs. Oder bei Aktionen, deren Spaßgehalt man als neurotypisch veranlagter Mensch schwerlich erkennen kann. Ganz egal, die Deviese gilt: "Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler".
Letztendlich müssen Sie es aber schaffen selbt zum Verstärker zu werden, nur dann können sie effektiv unterrichten. Meine Babysitterin hat es geschafft.


Zugegeben, die "Generalisierung" (so nennt man den Part, wenn man die neu gelernten Fähigkeiten soweit ausbauen will, dass sie jederzeit und in jeglicher Situation abgerufen werden können) ist mit der langwierigste Part bei allen Übungen. Aber genau deshalb hat ABA/VB auch ein besonderes Augenmerk darauf.
Da nicht mehr wie früher bei LOVAAS, alles nur ohne Kontext immer am gleichen Tisch geübt wird, haben sich hier wesentliche Fortschritte ergeben. Natürlich sind hier auch je nach Fähigkeiten des Kindes und dem grundsätzlichen Wesen des Autismus ("Kontextblindheit") Grenzen gesetzt. Aber man kann definitiv nicht sagen, dass das durch ABA/VB Erlernte nicht über diese konkreten Übungseinheiten hinaus für das Kind nutzbar wäre.
Im Gegenteil, weil bei dem modernen Verbal Behaviour die natürliche Motivation im Vordergrund steht und nicht die künstliche Lernsituation, ist die Generalisierung deutlich schneller und einfacher möglich!


Ja, es gibt Anbieter, die damit werben oder Anwender, die das als erhofftes Ziel vor sich sehen.
Ich persönlich distanziere mich klar von dieser Sichtweise (und jeder, der ABA/VB anwendet und das auch so sieht, kann das genauso tun....).

Aus welchen Gründen auch immer: Mein Sohn ist autistisch und es gehört zu seiner Persönlichkeit. Das bedeutet aber für mich nicht, dass mein Sohn nicht in den Genuss von Erziehung und Bildung kommen darf. Mit den Hilfsmitteln von ABA/VB wie sie unter dem ersten Punkt kurz angrissen sind kann ich meinem Sohn helfen, dass "Lernen zu lernen". Er hat Erfolgserlebnisse, bekommt neue Fähigkeiten und erweitert so seine Einflussmöglichkeiten auf seine Umwelt.
Deshalb bleibt er weiterhin Autist.
Aber mit besserem Handwerkszeug, in dieser nichtautistischen Welt zurecht zu kommen.
Und Menschen die mit ihm umgehen, werden darin fortgebildet die Umweltbedingungen dahingehend zu analysieren, dass sie zukünftig bewusst autismusfreundlich organisiert werden können.


So, Sie haben es geschafft! Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, sich auch mal die Argumente der Anderen anzuhören! Da haben Sie vielen Zeitgenossen, die lieber blind Ihre Vourteile pflegen wollen, schon viel Voraus!
Und: Nur "doof finden" ist einfach. Wer meint, dass es Ansätze gibt, die einem schwerer beeinträchtigten Kind helfen, sich in dieser neurotypischen Welt zurecht zu finden: Bitte immer her damit, ich nehme sie gerne auf der Website auf!