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Aber Kommunikation ist mehr als impressives oder expressives Sprachvermögen: Man muss nicht nur die Wörter an sich und auch ihren Zusammenhang untereinander verstehen, sondern auch noch die soziale Welt dahinter, ihre Absichten.

Dieses zu vermitteln ist nicht unmöglich, bedarf aber einer besonderen Vorgehensweise. So schreibt Uta Frith (sie zählt zu den international führenden Expertinnen auf dem Gebiet des Autismus):
 „Leider kommt es, soweit wir wissen, zu kompensatorischem Lernen nicht einfach dadurch, dass man mit einer anderen Person zusammen ist und sie nachahmt. Unterschiedliche Situationen und Kontexte müssen jeweils für sich eingeübt werden. Soll eine Person mit Autismus etwas über die Absichten und Gefühle anderer Menschen lernen, müssen ihr die Implikationen einer Handlung, eines Gesichtsausdrucks, einer Geste und eines Wortes haarklein erklärt werden, auch wenn sie den meisten Menschen offensichtlich erscheinen.“

Daher ist der Ansatz: "Wir wollen keine eigenen Autistenklassen, weil der autistische Schüler die nicht-autistischen Kinder als Vorbild braucht nicht konsequent zu Ende gedacht. Vorbilder sind gut, aber erst einmal braucht er eine Hilfe, die ihm diese Vorbilder "übersetzt" und verständlich macht, damit er es überhaupt nachvollziehen und ggf. anwenden kann.

Keiner wird als "Autismus-Experte" geboren.
Aber es gibt wissenschaftlich anerkannte Hilfen. Und diese in der Zusammenarbeit mit autistischen Menschen zu ignorieren, wäre nicht akzeptabel.


Hier verweise ich noch einmal auf meine Analogie von folgender Seite. Der Vergleich mit dem Almöhi in Tokio mag hinken, aber vielleicht lässt er leise erspüren, dass Verhalten nicht zwangsläufig eine bewusste Wahl, sondern einfach eine Reaktion auf eine nicht passende oder aus einer unterschiedlich wahrgenommenen Umwelt sein kann.

Im Folgenden eine kurze Auflistung der anerkannten pädagogischen Programme, die sich als erfolgreich bei der Vermittlung funktionaler Fertigkeiten, beim Beherrschen von Problemverhalten und bei der Integration der Kinder in ihr Lebensumfeld herausgestellt haben.

Wichtig hierbei ist, dass oft erst die individuelle Kombination (teilweise auch einzelner Elemente) eine optimale Hilfe bietet. Die Evidenz der oberen hier genannten Ansätze ist wissenschaftlich bewiesen. Ein ideologischer Therapienstreit untereinander ist also nur kontraproduktiv für alle Beteiligten!

- Applied Behaviour Analysis/Verbal Behaviour (ABA/VB)
=> Grundlage: Kommunikation kann wie jedes andere Verhalten erlernt werden und zwar genau nach dem gleichen System
=> Wecken von neuen Fähigkeiten und Interessen durch Motivation und Verstärkung
=> Unterricht in kleinen Schritten
=> Fehlerfreies LernenGeneralisierung

- TEACCH
=> Schaffung eines „autismusgeeigneten Umfeldes“
=> Strukturierter Unterricht (Strukturierung von Raum, Zeit und Material)
=> Vermittlung von Informationen auf eine visuelle, geordnete Weise

- PECS (für nicht sprechende Autisten)
=> Bildaustausch-KommunikationssystemInitiierung von Kommunikation durch soziale Kontaktaufnahme

- Gestützte Kommunikation (Facilitated communication (FC), für nicht sprechende Autisten))
=> Mit Hilfe einer stützenden Person kann der autistische Mensch auf einer Buchstabentafel oder am PC kommunizieren. Möglichkeit für die autistische Person, trotz verbaler Sprachlosigkeit, ihre Gedanken der Umwelt mitzuteilen.

- Sonstige: Videomodeling, AIT, RDI, ...


Sozialtraining:
Sobald die oben aufgeführten Methoden die Grundlagen für eine Kommunikation geschaffen haben (sich mitteilen, Bedürfnisse äußern,...), gilt die tieferen Schichten des zwischenmenschlichen Austauschs bewusst zu machen. In kleinen, möglichst homogenen Gruppen wird im geschützen Rahmen die soziale Interaktion erläutert, geübt und angewendet.
Am besten kann man das in den Schulalltag integrieren, z.B. in Form einer AG.