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Ich bin eine Mutter eines autistischen, schulpflichtigen Sohnes. Schaukeln und Tieren nachschauen -wie in der Titelgrafik oben zu sehen- begeistert ihn übrigens sehr.

Was das Thema Schule angeht, können wir uns persönlich aktuell nicht beklagen: 
Mein Sohn konnte wie gewünscht auf die Schule für "motorische und körperliche Entwicklung", da er neben seinem Autismus auch noch bei Grob- und Feinmotorik Förderbedarf hat.
Ich fördere ihn seit seiner Diagnose, also dem vierten Lebensjahr, mit Elementen aus ABA/VB, lasse aber auch Erkenntnisse aus anderen Therapieformen oder Lerntheorien zunehmend mit einfließen, da sich mit zunehmendem Alter auch andere bzw. weitere Bedürfnisse entwicklen z.B. hinsichtlich der Selbstständigkeit und sozialen Interaktion im Schulleben.


... habe ich dann dieses Projekt gestartet?
Weil ich als Mitglied des Vorstands des Hilfevereins "Leben mit Autismus" mich diesem Thema verschrieben habe und wir eine Arbeitsgruppe gründen wollten, die das Thema effektiv anpackt. Jeder ist herzlich eingeladen, dieses Projekt mit seinen Erfahrungen, Wünschen und Ideen zu diesem Thema zu befüllen!

Denn was machen all die Kinder, die nicht bereits ein solches oder ähnliches "Hilfeköfferchen" am ersten Schultag unter dem Arm tragen?

Welche auf ein Umfeld treffen, dass von ihren Lebensumständen kaum Ahnung hat und eher mit Skepsis und Unbehagen die Ankunft eines neuen autistischen Schülers reagiert? Ist Behindertenpädagogik nicht für alle Behinderungsformen gleich passend? Warum braucht dieser autistische Schüler nun auch noch eine "Sonderbehandlung"?

Diese Gedanken kann man nicht mal zum Vorwurf machen. Wenn man nie Gelegenheit zur umfassenden Aus- und Fortbildung zu diesem Thema hatte, woher soll es kommen, das wissende Verständnis? Das sichere Gefühl, genug Handlungsspielräume im Gepäck zu haben, um den kommenden Situationen gerecht zu werden?

1993 hat der Bundesverband für Autismus die Situation für autistische Schüler als unbefriedigend bezeichnet. In den letzten 22 Jahren hat sich sicher vieles gebessert. Inzwischen gibt es in der Öffentlichkeit eine wesentlich bessere Wahrnehmung zum Thema. Aber viel zu viel hängt immer noch davon ab, ob man zufällig an eine Schule gerät, deren Pädagogen sich mit Interesse und Engangement dem Thema widmen (können).

Und daher nützt auch nix die X.te gut gemeinte Handreichung oder Empfehlung.
Davon gibt es inzwischen schon ganz viele, die alle inhaltlich ausführlich darlegen, was autistische Schüler brauchen.
Nur wie sie verbindlich und konkret vor Ort umgesetzt werden können und somit Pädagogen wie Schülern eine wirkliche Hilfe darstellen, das lassen sie alle offen
und zitieren alle die gleichen Rahmenbedingungen, die zwar als notwendig anerkannt werden, aber immer ein Hintertürchen zur "Nichtumsetzung" mit anbieten.. .

Das reicht nicht aus. "Methodenoffenheit" nützt nichts, wenn man nicht alle passenden Methoden im Detail kennt. Nicht nur autistische Menschen brauchen Struktur und verbindliche, konkrete Hilfe. Sondern auch die Menschen, die mit ihnen umgehen.
In dieser Hinsicht sind alle gleich :o)


Wir möchten, dass der werte Leser dieser Website erkennt, dass ...

  • Dringender Handlungsbedarf besteht
  • Den vielfach vorhandenen Theorien, wissenschaftlichen Erkenntnissen und vor allem konkreten Erfahrungen von Betroffenen nun endlich konkrete Taten folgen müssen
  • Alle im System Beteiligten sich hierbei einbringen sollten

Diese konkreten Rahmenbedingungen zu schaffen, ist ein Ziel unseres neu gegründeten Vereins "Leben mit Autismus", wo ich die Patenschaft über die Arbeitsgruppe "Autismus und Schule" übernommen habe. Damit alle Schüler davon profitieren können, auch wenn sie -aus welchen Gründen auch immer- nicht bereits ein "Hilfeköfferchen" am ersten Schultag unter dem Arm tragen..


... ist es mir wirklich wichtig zu betonen, dass es bei diesem Projekt im Allgemeinen, wie bei dieser Webseite im Besonderen NICHT darum geht, alles nur zu bemängeln oder gar Schuldzuweisungen zu verteilen.
Im Gegenteil, Ziel ist es, dass Darstellungen und Konzepte allen Beteiligten gerecht werden. Nur dann gibt es eine Chance, etwas realistisch auf die Beine zu stellen, das von allen Beteiligten auch mit Engagement und Begeisterung getragen wird.

Schnell werden sonst klassische "Fronten" gebildet: "Wir Eltern" gegen "die Pädagogen (oder umgekehrt ;o) usw. ... .

By the way: Ich bin selbst Lehrerkind :o). Und möchte an dieser Stelle ganz herzlich meinen Vater grüßen, der -trotz Pensionierung schon vor einigen Jahren- sich immer noch unermüdlich mit großem Tatendrang und Professionalität dem Lehren verschrieben hat und seinen begeisterten Zuhörern nun die Welt der Philosophie näher bringt.