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„Streuung“ (Einzelintegration) contra „Bündelung“
Wollte man den o. g. Bedürfnissen in allen Schulen und Schulformen gerecht werden, so wie es in der KMK 2000 und auf der Seite des Schulministeriums gefordert wird, stünde man vor einem illusorischen Berg von notwendiger Manpower und Kosten („… personeller, räumlicher und zeitlicher Bedingungen…“).

Es geht im Folgenden darum das Bestmögliche auszuloten, was auch in der Realität Bestand haben kann. Denn nur das hilft letztendlich allen Betroffenen in der Gesamtheit. Denn einerseits aufzulisten, in welchen Bereichen  Ressourcen für die Beschulung von Autisten notwendig sind, gleichzeitig aber immer pauschal zu sagen: „Wenn man sie nicht stellen kann, dann eben nicht“, ist ein unfairer Weg, sich aus der Verantwortung zu stehlen.  

Der Europäische Rat empfiehlt als „Best-Practise-Beispiel“ z. B. Dänemark: Spezielle Klassen für Autisten in Regelschulen, die aber an einzelnen, mehreren oder allen Kursen teilnehmen können.

Beispiel im Regierungsbezirk Köln: Autisten-Außenklasse in der Heinrich-Böll-Schule in Frechen. Gemäß dem orginären Forderschwerpunkt der Heinrich-Böll-Schule ist das Konzept allerdings nur für Kinder erstellt, die auch mindestens das intelektuelle Niveau der Förderrichtung „Lernen“ besitzen. Grundsätzliches Ziel müsste es aber sein, dass alle autistischen Schüler von einem Konzept erfasst werden.


Ziel wäre eine „Bündelung“ zur effektiven und effizienten Ressourcen-Nutzung, die trotzdem den Gedanken der Integration/Inklusion nicht außer Acht lässt.

Eine fortwährende reine Autistenklasse wird oft als nicht zielführend angesehen, weil den Kindern hier keine Entwicklungsanreize durch das gemeinsame Lernen mit nicht-autistischen Kindern gegeben sind.
Doch analog der Maslowlischen Bedürfnispyramide müssen die o. g. Rahmenbedingungen erst einmal erfüllt sein, damit ein autistisches Kind sich dieser fortgeschrittenen Königsdisziplin, dem sozialen, interaktiven Modelllernen an anderen Kindern widmen kann. Studien zeigen, dass Autisten in kleinen Klassenverbänden, die komplett auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet sind, den sozialen Kontakt wesentlich besser lernen und initiieren können.

So haben sich international Modelle entwickelt, wo autistische Schüler erst einmal in kleinen, reinen Autistenklassen das „Grundhandwerkszeug“ vermittelt und passend darauf vorbereitet werden, dass sie in immer größeren und offeneren Klassenverbänden „rauswachsen“ können.


  • Eine Schwerpunktschule im Bereich Regelschule, die sowohl Gemeinsamen Unterricht (GU/zielgleich) und  „Integrierte Lerngruppen“ (zieldifferent) anbietet. Diese Variante wäre dann denkbar  für Asperger/High-Functioning-Autismus (HFA), bzw. leichter betroffene autistsiche Schüler (Anzahl je Region klären).

  • Eine Schwerpunktschule  in der Förderschule für motorische Förderung für schwerer betroffene Autisten. (Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung deshalb, weil diese von Kindern mit sehr unterschiedlichen Förderbedürfnissen besucht wird und die Schullaufbahn für jedes Kind offen ist , d. h., dass dort Unterricht sowohl nach den Richtlinien für die Förderschwerpunkte „Geistige Entwicklung“ und“ Lernen“ als auch nach Regelschulkriterien erteilt wird (was dann auch gewährleistet werden muss).

Was diese beiden Schwerpunktschulen dann genau an didaktischen, personellen, räumlichen und sächlichen Rahmenbedingungen vorhalten müssen, sollte in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe im Detail zusammengetragen werden.


Das Konzept des Schulministeriums bezieht alle Förderschwerpunkte mit ein, Autismus findet hier bis dato keine Erwähnung! Dabei wäre doch gerade dieser Förderschwerpunkt, der derzeit an keine Schule speziell gebunden ist, dafür prädestiniert. Was spricht für das bestehende Konzept der Kompetenzzentren, welches im weiteren Verlauf für den Förderschwerpunkt Autismus im Detail konkretisiert werden müsste?

  • Aufgabengebiete sollen sich von der Frühförderung bis in den berufsbildenden Bereich erstrecken. Das wäre besonders begrüßenswert, da es diesen kontinuierlichen Bogen bis dato kaum in den Biographien autistischer Schüler gibt.
  • Es soll eine effektive Bündelung von Unterstützungs- und Beratungsangeboten erfolgen, wohnortnah und präventiv.
  • Unterricht, Diagnostik, Beratung und Prävention als Gesamtkonzept sonderpädagogischer Förderung in den jeweiligen Einzugsgebieten
  • Netzwerk an Schulen: Allgemeine Schulen und ggf. weitere Förderschulen
  • Dies kann sowohl regional (empfohlen für FS Lernen) wie auch auf überregionaler Ebene (alle anderen FS) organisiert sein.

Als Ziele werden benannt:

  • Frühzeitige Förderung
  • Integrative Förderung in allgemeinen Schulen (sofern Voraussetzungen gegeben sind….)
  • Bündelung unterschiedlicher Kompetenzen und Zuständigkeiten (auch außerschulische) soll hochwertige Förderung garantieren.

Voraussetzung:

  • Vernetzung mit anderen Schulen, Trägern der Jugendhilfe, medizinischen und therapeutischen  Zentren
  • Bedarf Zustimmung aller zum Einzugsgebiet gehörenden Schulen

Wenn man in die Erfüllung der autistischen Bedürfnisse investiert, kommt das auch allen anderen Kindern zu Gute. Besonders profitieren Kinder mit Behinderungen, die ähnliche Problematiken aufweisen (Kommunikation, soziale Interaktion, Handlungskompetenzen wie z. B. bei ADHS ).


Eigenes Unterrichtsfach "Geheimnisse der zwischenmenschlichen Kommunikation".